Skurile Geschichten aus dem Amt

 

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback






Einweisung in die öffentliche Anstalt

Es ist soweit, ich hab`s geschafft: Nachdem ich mich offenbar gut durch das Vorstellungsgespräch gerettet habe, gehöre ich nun dazu: Ich bin Teil des "ÖD", als "TA", um mal gleich mit diesem amtlichen Abkürzungsfimmel einzusteigen.

Endlich ist alles geregelt bei mir: Geregelte Arbeitszeiten, geregelte Zuständigkeit, geregeltes Gehalt. Aber hinter dieser geregelten Hülle herrscht Gott sei Dank: KReatives Chaos!

Frisch geduscht und gekämmt, mit ordentlichem Sakko trete ich also zur Einweisung an. Oh Mann, dass diese Verwaltungsleute immer schon mitten in der Nacht mit mit der Arbeit anfangen müssen...... Meine EInweisung in die öffentliche Anstalt erfolgt just an einem "Brückentag", eine neues Wort, an das ich mich gewöhnen muss: Zwischen zwei Feiertagen ist offenbar jedes Verwaltungsschwein im Urlaub. Aber mein Arbeitsvertrag beginnt nunmal heute.... Ich kann ja schlecht gleich mit einem Brückentag hier einsteigen.

Weil also heute kaum ein Schwein da ist, das mit mir zusammen arbeiten wird, kommts, dass ich mit einem anderen Neuling beim diensthabenden, alteingesessenen Chef auf dem Sofa sitze und Kaffee um Kaffee trinke - eigentlich eine passende Vorbereitung auf die Verwaltungsarbeit: Filterkaffee in sich reinschütten, in Ermangelung von hippen Aufbrüh-Vollautomaten mit gepresstem Edelkaffee etc. Hier gibts noch ehrlichen, soliden FIlterkaffee. Soweit, so gut.

Der große Haken am 1. Arbeitstag ist nur, dass alteingesessene Chefs gerne von Ihren Großtaten aus ihrer langjährigen Berufserfahrung schwadronieren... So wird es alle paar Minuten etwas anstrengend, wenn mein müdes Hirn von diesen Erzählungen noch müder wird, und ich Gähnen und Schnarchen unterdrücken muss. Ich habe beinhahe vergessen, hin und wieder interessiert nachzufragen: "Ach ja, wirklich?" "Wieso haben Sie das denn damals so und nicht so gemacht?"

Irgendwann darf ich endlich in meine 12-qm-Zelle: Zwischen den muffigen Möbeln, die bestimmt antiquarischen Wert haben, versuche ich mich etwas einzurichten und schalte den (wenigstens neuen) PC ein. Endlich Ruhe, um meinen ersten "Arbeitsauftrag" (ein handgeschriebener Zettel vom Chef, auf dem auch ein großes "A" für "Auftrag" steht..... absolut skuril für mich, wie hier Arbeitsaufträge vergeben werden) abzuarbeiten. Es ist eine Recherchearbeit, die ganz interessant ist.

So war`s damals, am ersten Tag.

Bis später,

der Amtsschimmel.

18.7.09 23:15
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung